#11 August-Info

Dieser Tage hilft Sekretär Kingsley Ohaeri beim Kofferpacken: die 200 kleinen Taschen, die “unsere” Schüler genäht haben, wird Father Gerald dabeihaben, wenn er nächste Woche für einen Monat wieder nach Deutschland kommt.

Trauerfall in Father Geralds Familie

Doch bevor er seine Reise antreten kann, hatte Father Gerald in den letzten Wochen neben all seinen Pflichten im Department und im Hilfsprojekt eine große familiäre Aufgabe:
Anfang des Monats starb im hohen Alter von 88 Jahren sein Vater, Chief Julius Eke Njoku. Bislang haben wir nur in wenigen kurzen Sätzen erfahren, was die Beerdigung, die erst soeben stattfand, eines in der Gesellschaft bedeutsamen Mannes an Aufwand mit sich bringt.

Als Chief war er in die politische Führung der Kommune mit eingebunden. Anders als bei uns wird man in diese Funktion nicht gewählt, sondern unabhängig von Herkunft und Status ganz allein nach den Verdiensten für die Gemeinschaft zu einer Art Ratskollegium hinzugeholt. In einem eindrucksvollen Interview schildert noch im letzten Jahr der betagte Herr seine Erlebnisse im Biafra-Krieg.

Weniger als auf die eigene dreijährige Militärzeit verweist er auf die Verdienste seiner Mutter, einer Hebamme, deren Heilwissen es zu verdanken ist, dass einige seiner zehn Kinder, die an der Hungerkrankheit Kwashiorkor litten, überlebten. Er bekam mit, wie Zivilisten von der nigerianischen Luftwaffe getötet wurden. Und er war dabei, als man später eine Opfer-Entschädigung versprach – die niemals eintraf. Er versteht die Verbitterung und das weitere Eintreten der Nachkommen für Biafra.

Auskünfte über Owerri im August

Mehr über seinen Vater werden wir von Father Gerald im August erfahren können.
Sicher wird er uns dann aber auch neue Informationen über die derzeitige Lage in Imo State geben können. Dort scheint man in großer Sorge, was das weitere Vordringen der Fulani Herdsmen nach Süden sowie die Ansiedlungspläne für diese Nomaden durch die Buhari-Regierung betrifft. Die gewaltsame Inbesitznahme fürchtet man nicht weniger als die geplante staatliche Landnahme, insgesamt ist immer öfter die Angst vor einem Dschihad gegen die Christen zu vernehmen.
Überhaupt scheint die Lage schwieriger geworden zu sein als noch vor einem Jahr. Und doch bleiben die Bemühungen im Erzbistum Owerri und dort speziell im JDPC-Department (Justice, Development, Peace, Caritas) von Father Gerald ungebrochen, der Jugend eine Perspektive zu vermitteln. Immer wieder erreichen uns Fotos von eifrig nähenden jungen Leuten.

Einladung für den FR, 9. August

Wir sind nun in Vorfreude auf den Besuch des Pfarrers in Penzberg.Für den Freitag, 9. Aug.,
…ab 15.00 Uhr, im Werkraum
sind alle ganz herzlich zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken eingeladen.
Es wird dort die Möglichkeit zum gemeinsamen Austausch geben. Anders als beim Vortrag im letzten Jahr können wir hier Neues erfahren über die Lage im Süden Nigerias, aber auch über die Situation in der Nähwerkstatt und die Zukunftspläne für das Projekt.
Weiterhin werden wir dann die kleinen Taschen erhalten. Von den Spenden konnte neben den beiden Lehrern Ann und Amaechi eine weitere Schneiderin, Esther, für zwei Monate bezahlt werden. Sie hat mit in der Nähwerkstatt gesessen und die Schüler jeweils im Einzelunterricht beim Nähen der Taschen angeleitet.
So haben wir ein erstes “customized product”.
Die Idee ist nun, an andere gemeinnützige Vereine kleine Mengen von Taschen abzugeben. Dies in der Hoffnung, dass sie bei Bazaren und auf Weihnachtsmärkten die Taschen gegen eine angemessene Spende abgeben können und wir uns zwischen den gemeinnützigen Einrichtungen den Ertrag hälftig teilen.
Das, was an uns geht, kann direkt in ein neues Projekt der Nähwerkstatt investiert werden. So wird mit kleinen Produkten nicht nur ein direkter Austausch von Hand zu Hand zwischen den jungen Leuten in Owerri und uns in Gang gehalten. Wir können so auch eine weitere Kraft, die sich zusätzlich zur Ausbildung durch die beiden Lehrer einzeln mit den Schülern befasst, mit einem Honorar unterstützen.
Wichtig für uns:
Wer hat Ideen, welche Vereine eine kleine Menge von Taschen entgegennehmen würden? Wir sind dankbar für jeden Tipp!
Ebenfalls wichtig:
Auch für Anmeldungen zum Kaffee am 9. Aug. sind wir sehr dankbar.

Verabschieden möchten wir uns dieses Mal mit einem Foto vom “Tag der Vereine” am 14. Juli. Viele von Ihnen waren an unserem Stand: Herzlichen Dank für Ihr und Euer Interesse!

Verabschieden möchten wir uns dieses Mal mit einem Foto vom “Tag der Vereine” am 14. Juli. Viele von Ihnen waren an unserem Stand: Herzlichen Dank für Ihr und Euer Interesse!

Mit herzlichen Grüßen in die große Runde,
Ihre Anette Völker-Rasor und Ulrike Sidki