#7 Ausbildungsbeginn in der Nähwerkstatt

Auf dieses Foto haben wir alle gewartet:
Emmanuella durfte sich am ersten Ausbildungstag am 30. November als erste Schülerin an eine niegelnagelneue Nähmaschine setzen!

Beginn der Schneiderausbildung

Nun also haben zehn junge Frauen und drei junge Männer ihre Ausbildung am „JDPC Center for Skills Acquisition“ begonnen. Jeder der 13 Distrikte der Erzdiözese durfte aus einer armen Familie jemanden schicken.
Der Tag begann mit einem gemeinsamen Gebet. Dann durfte Emmanuella vortreten. Sie ist Mitglied in der Catholic Youth Organization of Nigeria (CYON), mit der das Projekt in enger Kooperation aufgebaut wird. Sie sagte: „Wir alle sind glücklich und dankbar für diese wunderbare Möglichkeit. Anfangs hat sich das wie ein Traum angehört, aber heute wird er Wirklichkeit. Wir danken Gott für die Initiative von unserem Pfarrer Dr. Gerald Njoku und seinen deutschen Freunden. Gott segne sie alle!“

Besonders hob sie hervor, dass diese Ausbildung für keinen etwas koste. Das ist eine Ausnahme. Sie und alle, die mit ihr beginnen würden, sähen es als eine Verpflichtung, später ihre Fertigkeiten an die jüngere Generation weiterzugeben. In ihrem abschließenden Gebet hoffte sie auf ein erfolgreiches Unternehmen.
Die Neunzehnjährige weiß zu schätzen, was ihr hier geboten wird. Vor zwei Jahren hat sie die Secondary School abgeschlossen und danach nicht weitergewusst. Jetzt hat sie eine Perspektive. Und man sieht ihr die Freude darüber an.

Einweihung durch den Erzbischof

Eine Woche später, am 7.Dezember, stattete Erzbischof Dr. Obinna der Nähwerkstatt einen Besuch ab. Ergab gewissermaßen den offiziellen Start, weihte er doch die Nähmaschinen und segnete die Schüler und ihre Ausbilder. Im anhängenden Bericht von Father Gerald findet man einen längeren Namen, unter dem das Projekt in der Erzdiözese läuft. Zwei wichtige Schlüsselbegriffe sind hierin genannt:
Unter „Empowerment“ als feststehendem Begriff werden Maßnahmen verstanden, die darauf zielen, Menschen zu einem selbstbestimmten und selbstverantwortlichen Leben zu verhelfen. „Entrepreneurship“ heißt übersetzt nur „Unternehmertum“, doch fest mitgedacht wird eine zupackende Haltung, mit der Neues erspürt und mit Begeisterung umgesetzt wird. Es überrascht nicht, dass dieser Begriff hier benutzt wird, ist doch angestellte Arbeit in Nigeria nicht das Übliche. Ein in Deutschland lebender Elektriker berichtet, dass jeder danach strebt, seinen eigenen Betrieb aufzumachen.
Die jetzt begonnene Ausbildung lautet  auf „Tailoring and Fashion Design“, Schneiderei und Modeentwurf. Es ist also damit zu rechnen, dass die jungen Leute darauf hinarbeiten, eines Tages ihren eigenen kleinen Nähbetrieb aufzumachen. Ihre Ausbildung zielt auch darauf ab.

Rückblick und weitere Vorhaben

Wenn wir auf das Jahr zurücksehen, dann ist seit Father Geralds Rückkehr viel passiert. Im März wurde er offiziell in sein Amt als Direktor der JDPC-Kommission (für Gerechtigkeit,Entwicklung, Frieden und Caritas) eingeführt, Ende November heißt er den Ausbildungsgang einer künftigen Berufsschule willkommen.
Wovon wir hier nicht viel mitbekommen haben: Seine seelsorgerlichen Aufgaben, die Messen und die Sprechstunden für die Bedürftigen, sie sind seine täglichen Pflichten. Die Entwicklung der Berufsschule ist die Kür nebenher.
Und dann gibt es ein Thema, welches ihn besonders umtreibt: die bevorstehende Parlaments-und Präsidentenwahl am 16. Februar 2019. Er schickt Zeitungsartikel, aus denen hervorgeht, dass die katholische Kirche sich zwar für keinen Kandidaten ausspricht, sich aber unbedingt für eine faire und freie Wahl stark macht. Nur mit einer Wahlkarte ist die Teilnahme möglich, in Imo State aber fehlt noch immer mehr als 500.000 Wählern ihre Zulassung. Über die Zeitung richtet Father Gerald seine Mahnung direkt an die Regierung von Präsident Buhari: „Die Kirche vertritt schon immer eine gute Führung. Sie schützt und spricht für diejenigen ohne Stimme.“

Unterstützung aus dem Oberland

Für seine sonstigen Aufgaben und politischen Ziele können wir Father Gerald nur von weitem im Moment alle verfügbare Kraft wünschen.
Unser Tätigkeitsbereich ist „allein“ die Berufsschule. Als Anschaffung für die Nähwerkstatt stehen in absehbarer Zeit noch eine Stickmaschine und ein Generator auf dem Programm.
Der ganz große Plan von Father Gerald aber wäre die Dachsanierung des Gebäudes, in dem irgendwann bis zu 400 junge Menschen eine Ausbildung erhalten könnten.Wie wir ihm hierbei aus der Ferne helfen können, wird ein großes Thema für unser Nachdenken im kommenden Jahr sein. Vielleicht lassen sich aber auch erst einmal kleinteiligere Schritte im Bereich der Textilproduktion entwerfen.

Wir freuen uns, dass wir zu unserem Weihnachtsmarkt am 1. Dezember viele Besucher und Tombolateilnehmer in der Christianstraße begrüßen durften. Jeder, der ein Los oder ein kleines selbstgebasteltes Weihnachtspräsent erstanden hat, ist ein Helfer für das Projekt. Und auch ein Unterstützer des Frauenschutzhauses in Mali, wird doch die Tombola zusammen mit dem Verein „Stern für Mali e.V.“durchgeführt.
Die Hauptpreisziehung findet nun statt am

DO, 20. Dez., um 18 Uhr, im „Werkraum“
in der Christianstr. 8, 82377 Penzberg.

Wir laden dazu herzlich ein. Wir wünschen allen Glück – und servieren Weihnachtspunsch.

Mehr erfahren, helfen & spenden!