#5 Nähwerkstatt in Owerri & Werkprojekte in Penzberg

Ende August stand Father Geralds Komitee für den Start der Schneiderausbildung fest:

Kingsley Ohaeri (o.1.v.r.) ist für die Organisation zuständig, Ann Onumajuru (o.3.v.r.) leitet die Nähwerkstatt. Auf der anderen Seite von Father Gerald steht Osuocha Ikechukwu (o.5.v.l.), sein Assistent.

Weiter sind die ersten acht Teilnehmer der Schneiderausbildung zu sehen, unten in der Mitte Oparaji, Sprecherin der Gruppe. In den ersten Ausbildungsgang sollen insgesamt acht Frauen und vier Männer aufgenommen werden. Sie werden von drei Frauen und einem Mann unterrichtet und sollen auch für das „JDPC Skill Acquisition Centre“ produzieren. Zur Erinnerung: JDPC steht für „Department of Justice, Development, Peace and Caritas“, das Ressort von Father Gerald.
Dies ist der Plan: Der Unterricht findet ein Jahr lang dreimal pro Woche für sechs Stunden statt. Für die Ausbildung werden pro Teilnehmer umgerechnet ca. € 85,- angesetzt. Die € 1008,- entsprechen den Jahresgehältern der vier Lehrer mit ca. € 252,-/Person.
Beginnen will man mit einer Industrie-Webmaschine, einer Industrie-Nähmaschine sowie vier Handnähmaschinen, alles veranschlagt mit ca. € 1.200,-. Für weiteres Zubehör wie Bügeleisen und –bretter, Scheren usw. sowie für Material sind ca. 480,- angesetzt. Hinzu kommen dann noch für Mittagessen, Transport und Logistic zusammen ca. 840,-. So sind insgesamt etwas mehr als € 3.500,- für das erste Jahr an Kosten geschätzt. Von den noch fehlenden ca. € 500,- hoffen wir, dass sie durch Spenden aufgebracht werden können.
Vor wenigen Tagen ist die Ausstattung gekauft und jetzt auch geliefert worden. Provisorisch wird zunächst ein Raum in einer Mädchenschule bezogen. Wie früher schon geschildert ist das für eine Berufsschule zur Verfügung stehende Gebäude noch sanierungsbedürftig.

Dass aber überhaupt die Nähwerkstatt jetzt in Betrieb gehen kann, das ist der Großzügigkeit aller Spender zu verdanken, die mit den Nähpatenschaften den Start ermöglicht haben.
Dafür an dieser Stelle ganz herzlichen Dank!

Werkprojekt für Owerri in Penzberg

Während wir also aus Owerri erste Fotos vom Auspacken großer Pakete erhalten, wird in Penzberg ein neuer Weg eingeschlagen, um das Projekt auch weiter finanziell zu unterstützen und zur Aufklärung über die Schwierigkeiten in Nigeria beizutragen.
Ab dem 17. Oktober werden jeden Mittwoch ab 16.00 Uhr im „Werkraum“ Werk- und Bastelnachmittage für Schüler ab neun Jahren veranstaltet. Zunächst einmal soll dies Angebot bis zum Weihnachtsmarkt laufen. Hier sollen vorwiegend mit Dingen, die sonst im Abfall landen würden, schöne Dinge für Freunde und für den Verkauf gebastelt werden.
Dabei wird auch darüber gesprochen, dass große Ladungen von Altkleidern und Elektroschrott in Länder wie Nigeria transportiert werden, was die dortige Wirtschaft aber auch blockiert. Das gemeinsame Nachdenken über die komplexen Zusammenhänge der ungerechten Ressourcenverteilung auf unserem Globus kann gar nicht früh genug beginnen.

Zusammenarbeit mit PASSGENAU

Weiter gibt es eine neue Kooperation mit PASSGENAU, einem Penzberger Berufsorientierungsprojekt im „Familienzentrum Arche Noah“, das zusammen mit Schulen und der Agentur für Arbeit Angebote zur Berufsorientierung macht (www.beruf-passgenau.com).
Im Rahmen der „Biografiewerkstatt“ sollen im laufenden Schuljahr Produktideen für die Nähwerkstatt in Owerri entwickelt werden. Als Material werden hier auch die von Father Gerald im Juli mitgebrachten Stoffe genutzt, um über wirtschaftliche Zusammenhänge zwischen Europa und Afrika nachzudenken und ganz konkret kreativ zu werden.
Der Prozess ist ergebnisoffen. Doch ein Traum wäre es, wenn hier tatsächlich Entwürfe entstehen würden, die an die Nähwerkstatt in Owerri weitergegeben werden könnten. Doch schon das Minimum des Erreichbaren hätte einen großen Wert: junge Leute für sinnvolle wirtschaftliche Zusammenhänge zu sensibilisieren und sie Win-Win-Situationen aufspüren zu lassen.

Weitere Aspekte des Hilfsprojekts

Der letzte Rundbrief war noch ganz der Idee verpflichtet, dem Wunsch nach einer mobilen Radlwerkstatt nachzukommen. Der guten Absicht wurde ein langer Abend gewidmet. Am Ende jedoch wurden ohne eine noch eingehendere Befassung mit dem Thema die Hindernisse einstweilen als zu hoch angesehen.
Stattdessen wurde diskutiert, ob nicht eine Investition in vor Ort erhältliche Räder und Ersatzteile sinnvoller sei. Ehe unser Einblick nicht detaillierter ist, überwiegt der Eindruck, dass an Knowhow schwerer heranzukommen ist als an Güter. Diese Frage bleibt einstweilen offen. Was Anschaffungen betrifft, so tendieren wir im Moment mehr zum Inland-Erwerb mit Hilfe von Spendengeldern. Das Thema wird in jedem Fall weiter verfolgt.
Ebenfalls weiter verfolgt wird das Thema der Gebäudesanierung. Hierzu ist erst vor kurzem ein Kontakt mit der ehrenamtlichen Initiative „Ingenieure für Afrika“ geknüpft worden.

Nächste Schritte

Mit viel Hoffnung ist jetzt erst einmal die Mitgliederversammlung des Vereins „Werkraum Penzberg e.V.“ am 25. Oktober abzuwarten:
Eine Satzungsänderung soll den Weg frei machen, Spenden direkt über den Verein nach Owerri schicken zu können.
Schließlich: Unsere Werkaktion beginnt am

MI, 17. Okt, ab 16 Uhr, im „Werkraum“
in der Christianstr. 8, 82377 Penzberg.